Der Platz am Tisch bleibt leer, eine vertraute Stimme fehlt. Wenn ein geliebter Mensch stirbt, verändert sich das Leben oft von einem Moment auf den anderen. In dieser Zeit tut es gut, jemanden an seiner Seite zu wissen, der zuhört, Erinnerungen Raum gibt und den schweren Weg des Abschieds mitgeht. Für Menschen in solchen Stunden möchten Harald Uhl und Mechtild Kündig-Uhl da sein.
Am Sonntag, 8. November 2026, werden die beiden in der Kirche in Grosselfingen feierlich in ihren ehrenamtlichen Beerdigungsdienst eingeführt. Im Gottesdienst erhalten sie die Urkunden über ihre Beauftragung durch den Freiburger Erzbischof Stephan Burger. Künftig werden sie vor allem in Hechingen und Bisingen Angehörige begleiten und kirchliche Trauerfeiern leiten.
Für Mechtild Kündig-Uhl ist die Entscheidung eng mit ihrer eigenen Lebensgeschichte verbunden. Durch einen persönlichen Schicksalsschlag hat sie erfahren, wie schwer Abschiednehmen sein kann und wie wertvoll Unterstützung in dieser Zeit ist. Daraus wuchs der Wunsch, anderen Menschen beizustehen. Denn auch wenn niemand den Schmerz nehmen kann, lässt sich der Weg durch die Trauer gemeinsam gehen.
Harald Uhl ist seit vielen Jahren im Grosselfinger Kirchengemeindeleben verwurzelt und leitet dort bereits Wort-Gottes-Feiern. Seine Erfahrung in der Gestaltung von Gottesdiensten und seine Verbundenheit mit den Menschen bringt er nun in die neue Aufgabe ein.
Fundiert ausgebildet und persönlich begleitet
Rund ein Jahr haben sich die beiden auf ihren Dienst vorbereitet. Begleitet wurden sie dabei von der Krankenhausseelsorgerin und Pastoralreferentin Ulrike Erath sowie dem Hechinger Pastoralreferenten Peter Duttweiler.
Die Erzdiözese Freiburg legt großen Wert auf eine sorgfältige Qualifizierung. Zur Vorbereitung gehören theologische und liturgische Grundlagen sowie ein eigener Vorbereitungskurs für den Beerdigungsdienst. In einer anschließenden Einführungsphase wird das Gelernte gemeinsam mit einer Mentorin oder einem Mentor vertieft: Die Ehrenamtlichen hospitieren bei Trauergesprächen und Trauerfeiern und werden schrittweise an die praktische Gestaltung des Dienstes herangeführt. Auch nach der Beauftragung stehen Hauptamtliche vor Ort für Rückfragen und zur gemeinsamen Reflexion zur Verfügung.
Neben diesen Kenntnissen zählen persönliche Eignung, Einfühlungsvermögen und die Einbindung in das Gemeindeleben zu den Voraussetzungen. Der zuständige Pfarrer Thomas Fürst beantragt die Beauftragung im Einvernehmen mit dem Pfarrgemeinderat beim Erzbischöflichen Ordinariat.
Ein gemeinsamer Auftrag, der Zeit und Nähe braucht
Doch warum übernehmen Ehrenamtliche diese Aufgabe? Die Grundlage liegt in der Taufe: Christinnen und Christen sind berufen, ihren Glauben zu leben, weiterzugeben und anderen beizustehen. Tote zu bestatten gehört zu den Werken der Barmherzigkeit. Harald Uhl und Mechtild Kündig-Uhl bringen dafür ihre persönlichen Fähigkeiten, ihren Glauben und ihre Lebenserfahrung ein.
Zugleich ist die Zahl der Trauerfeiern in der Pfarrei mit ihren 38 Gemeinden hoch, während nur eine begrenzte Zahl Hauptamtlicher für diesen Dienst zur Verfügung steht. Die Zusammenarbeit mit qualifizierten Ehrenamtlichen schafft mehr Raum für das, was trauernde Menschen brauchen: Zeit, ein offenes Ohr und persönliche Begleitung.
Der ehrenamtliche Beerdigungsdienst ist deshalb eine wertvolle Bereicherung der Seelsorge. Hauptamtliche und Ehrenamtliche tragen gemeinsam Verantwortung dafür, dass Angehörige in einer besonders verletzlichen Lebensphase Unterstützung erfahren. Pfarrer Thomas Fürst bittet darum, Harald Uhl und Mechtild Kündig-Uhl mit Dankbarkeit und Respekt für ihre Bereitschaft zu begegnen. Einen solchen Dienst zu übernehmen, erfordert auch Mut.
Im Mittelpunkt stehen die Verstorbenen und ihre Angehörigen. Was hat diesen Menschen ausgemacht? Worüber konnte er lachen, was war ihm wichtig? Im Gespräch werden Erinnerungen lebendig. Gemeinsam mit Gebeten, Schriftlesungen und persönlichen Worten finden sie ihren Platz in einer Trauerfeier, die dem Abschied Raum gibt und von christlicher Hoffnung getragen ist.
So wird Kirche durch Menschen erfahrbar, die zuhören, mittragen und bleiben, wenn Worte fehlen. Durch ihre Nähe lassen sie spüren: Du bist nicht allein.
Eigene Fähigkeiten einbringen
Das Engagement von Harald Uhl und Mechtild Kündig-Uhl zeigt, wie viel Menschen mit ihren persönlichen Fähigkeiten bewegen können. In der Römisch-Katholischen Kirchengemeinde Zollern gibt es vielfältige Möglichkeiten, Gemeinschaft zu gestalten und Verantwortung zu übernehmen. Die Engagementförderung hilft dabei, eine Aufgabe zu finden, die zu den eigenen Interessen und zur persönlichen Lebenssituation passt.
Wer sich für den Beerdigungsdienst interessiert oder sich in einem anderen Bereich einbringen möchte, kann sich an Bettina Schneider, Referentin für Engagementförderung, wenden. Sie ist unter
0176 72046792 oder per E-Mail an
engagementfoerderung@kath-hechingen.de erreichbar. Fragen zum Beerdigungsdienst beantwortet auch Pfarrer Thomas Fürst unter
T.Fuerst@kath-empfingen.de.
Zur Einführung am 8. November ist die Gemeinde herzlich eingeladen, mit Harald Uhl und Mechtild Kündig-Uhl Gottesdienst zu feiern und ihnen für ihre neue Aufgabe den Rücken zu stärken.