Ehrenamtlicher Beerdigungsdienst

Liebe Mitchristen,
seit Jahren gibt es in unserer Diözese die Möglichkeit, dass Frauen und Männer sich für den ehrenamtlichen Beerdigungsdienst ausbilden lassen.

Jetzt werden manche denken, ja haben die Hauptamtlichen dafür auch keine Zeit mehr und sind diese Personen überhaupt qualifiziert?
 
Zunächst die Grundlage, dass durch den Bischof ehrenamtlich beauftragte Frauen und Männer diesen Dienst dürfen, ist ihre Taufe Kraft derer sie berufen sind, in unterschiedlichen Diensten in der Kirche den Glauben zu verkünden. Das ist ein ganz wichtiger Dienst, wenn es um Tod und Begleitung bei Trauerfeiern und darüber hinaus geht. Schon in den Werken der Barmherzigkeit wird „Tote bestatten“ als Werk der Barmherzigkeit beschrieben. Dieses Werk ist uns allen ans Herz gelegt.
 
Unsere Diözese verwendet große Sorgfalt darauf, dass die beauftragten Frauen und Männer gut ausgebildet werden. So gehören dazu als Grundlagen theologische und liturgische Kenntnisse. Es gibt einen eigenen Vorbereitungskurs für diesen Dienst. In den Gemeinden gibt es dann eine Einführungsphase, in der mit einem Mentor/ einer Mentorin zusammen die praktische Seite dieses Dienstes beim Hospitieren in Trauergesprächen und bei Trauerfeiern eingeübt wird. Wenn die Ehrenamtlichen dann ihren Dienst ausüben, geschieht das für Rückfragen und Reflexion der Praxis mit einem Hauptamtlichen vor Ort.
 
Warum braucht es diesen Dienst?
Zunächst, weil viele Frauen und Männer die unterschiedlichsten Gaben haben und somit auch die Gabe, diesen Dienst auszuüben. Dann aber auch, weil tatsächlich in unserer Pfarrei mit 38 Gemeinden die Zahl der Trauerfeiern sehr hoch ist und die Zahl der Hauptamtlichen, die für diesen Dienst zur Verfügung stehen, begrenzt ist. Uns ist jedoch wichtig, dass dieser Dienst gerade auch für die trauernden Angehörigen eine Hilfe für die Zeit des Abschieds und der Trauer sein kann. Da braucht es oftmals auch mehr Zeit. Um diese Zeit zu haben, ist es gut, dass wir Hauptamtlichen mit Ehrenamtlichen zusammen diesen Dienst gut erfüllen können.
Frau Kettenhofer und Frau Müller, die sich in diesem Regenbogen vorstellen, haben sich für diesen Dienst qualifiziert und sind von unserem Erzbischof beauftragt worden. Wie ihr Einsatz genau aussehen wird, muss noch endgültig geklärt werden. Ich bitte Sie als Pfarrer diesen Dienst mit Dankbarkeit und Respekt vor der Bereitschaft, denn dazu gehört auch ein wenig Mut, anzunehmen.
Frau Kettenhofen und Frau Müller bin ich sehr dankbar, dass sie diesen Dienst bei uns ausüben wollen und wünsche Ihnen den Beistand des Heiligen Geistes für ein gutes Hören und Finden der richtigen Worte.
 
Bei Rückfragen dürfen sie sich gerne an mich, Pfr. Thomas Fürst, direkt wenden.
 
 
Hallo,
mein Name ist Andrea Müller. Ich bin 63 Jahre alt, bin verheiratet und habe zwei Kinder und drei Enkel. Unser erster Enkel Leo ist ein Sternenkind. Ich wurde in Würzburg geboren und lebe seit 36 Jahren in Dießen. Seit 25 Jahren engagiere ich mich im PGR und im Gemeindeteam.
 
Warum beschäftigt man sich freiwillig mit dem Sterben und dem Tod?
Nun, die beiden unverrückbaren Fixpunkte unseres Lebens, auf die wir keinen Einfluss haben, sind Geburt und Tod. Zwischen diesen Übergängen spannt sich unser Wachsen und unser Scheitern. Es fällt uns leicht einen kleinen Menschen willkommen zu heißen. Einen Menschen aus diesem Leben zu verabschieden, ist so viel schwerer. Doch ein guter Abschied ist wichtig. Denn Auferstehung findet nicht nur in der nächsten Welt statt, sondern muss auch für die Menschen möglich sein, die am Boden zerstört zurückbleiben. Das haben mich eigene Erfahrungen mit Tod und Trauer und meine Arbeit in der Trauerbegleitung gelehrt. Deshalb habe ich mich für den Bestattungsdienst entschieden. Damit Zeit bleibt, für Gespräche, für Begleitung, für einen würdigen Abschied und für Trost.
 
Mit herzlichen Grüßen
Andrea Müller
 
 
Hallo,
mein Name ist Monika Kettenhofen, ich wohne in Horb, bin 67 Jahre alt, verheiratet und habe drei Kinder und sechs Enkelkinder.
 
In Tübingen habe ich katholische Theologie studiert und war Religionslehrerin unter anderem an der Pestalozzischule in Horb und an den Beruflichen Schulen Sulz und Oberndorf. Seit über 35 Jahren leite ich Wort-Gottes-Feiern in der Seelsorgeeinheit Horb. Empfingen kenne ich durch die Vorbereitung auf den Weltgebetstag der Frauen und habe dort auch Vorträge gehalten, zuletzt vor einem Jahr über Marienbilder.
 
Nachdem ich den Schuldienst beendet hatte, wurde ich gebeten, an einer Ausbildung für die ehrenamtliche Leitung von Trauerfeiern teilzunehmen. Ich halte diesen Dienst für wichtig und sinnvoll; es ist ein Dienst an den Verstorbenen sowie an den Angehörigen in einer schweren Situation. Ihre Gemeindereferentin Antje Perktold hat mich in der Ausbildung begleitet. Seit einem Jahr bin ich beauftragt, Trauerfeiern zu leiten. Gerne bin ich bereit, auch in der Seelsorgeeinheit Empfingen mitzuwirken.
 
Mit herzlichen Grüßen
Monika Kettenhofen