Paul(us) I.

Namenstage: Paul

Funktion: Heiliger, Papst

Gedenktag: 28. Juni

Paulus, um 700 in Rom geboren, war der Sohn eines Adligen, und wurde zusammen mit seinem älteren Bruder Stephanus im Lateran erzogen. Beide wurden von Papst Zacharias (10. Dezember 741 bis 22./23. März 752; hl.) am selben Tag zu Diakonen geweiht, und am 26. März 752 bestieg Stephanus als dessen Nachfolger den »Stuhl Petri«. Paulus stand seinem Bruder als Berater zur Seite, unter dem sich die Abkehr der Päpste von den byzantinischen Kaisern und – durch Vermittlung des Bonifatius (hl.) – der Bund mit den fränkischen Königen vollzog:

Nach seinem Zerwürfnis mit Kaiser Konstantinos V. Kopronymos (741–75), der ihn gegen die Langobarden im Stich gelassen hatte und denen 751 die Einnahme Ravennas gelungen war, reiste Stephan II. als erster Papst über die Alpen und traf sich im Januar bzw. April 754 mit dem Frankenkönig Pippin III. dem Jüngeren (751–68) in dessen Pfalzen Ponthion (südöstlich von Reims) und Quierzy (an der Oise in der Picardie). Er salbte ihn am 28. Juli in der Abteikirche von St-Denis (nördlich von Paris) erneut und verlieh ihm den Titel »Patricius Romanorum«, um die Dynastie gegen die fränkische Opposition zu stärken und enger an Rom zu binden. Im Gegenzug erhielt er von Pippin die erbetene Hilfe gegen die Langobarden. Nach zwei siegreichen Feldzügen begründete Pippin 756 durch Schenkung der Eroberungen »an den hl. Petrus« den (späteren) Kirchenstaat (»Pippinische Schenkung«).

Stephan I. (hl.) starb am 26. April 757, und Paulus, zu seinem Nachfolger gewählt und am 29. Mai zum Papst geweiht, zeigte seine Wahl dem Frankenkönig und nicht dem byzantinischen Kaiser an und setzte die Bündnispolitik mit den Franken bis zu seinem Tod am 28. Juni 767 konsequent fort. Paul I. fand sein Grab in der Peterskirche. Seit dem 15. Jahrhundert wird er als Heiliger verehrt.

Darstellung: in päpstlichen Gewändern

Attribute: Tiara, Kreuzstab (mit drei Querbalken)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010