Korbinian von Freising

Namenstage: Korbinian

Funktion: Heiliger, erster Bischof von Freising

Gedenktag: 8. September

München-Freising 20. November
Bozen-Brixen 9. September

Patronat: Erzbistum München-Freising, Bistum Bozen-Brixen

Korbinian wurde um 680 in Melun bei Chartres (Frankreich) in einer christlichen Familie geboren. Sein fränkischer Vater Waltekis starb kurz darauf, seine irische Mutter Corbiniana, als er 13 war. Der Waisenknabe baute sich neben der Kapelle des Dorfes eine kleine Klause, in der er 14 Jahre lang als Einsiedler zugebracht haben soll. Als sich das herumsprach und immer mehr Menschen erschienen, um ihn um Rat zu fragen, pilgerte er 710 nach Rom, um den Papst um einen ruhigeren Ort zu bitten. Papst Konstantin I. weihte ihn zum Bischof und riet ihm, sich statt dem Einsiedlerleben lieber der Missionsarbeit zu widmen, denn vor allem am Rande des Frankenreichs lebten noch viele Heiden. Bei dieser oder einer anderen Alpenüberquerung überfiel ihn, so wird überliefert, ein Bär und tötete sein Maultier. Korbinian legte kurzerhand dem Bären das Geschirr an und lud ihm sein Gepäck auf.
In Kains bei Meran (Südtirol) gründete er ein Kloster, doch der bayerische Herzog Grimoald wollte ihn in der Nähe haben und wies ihm Freising (bei München) als Ausgangsort für sein Unternehmen an. 714 wurde Korbinian erster Freisinger Bischof. Aus einer von ihm in Freising erbauten Kirche entwickelte sich später die Abtei Weihenstephan, und Freising wurde bald zum Zentrum des christlichen Lebens in Bayern.
Auf vielen Reisen im Alpenraum gewann Korbinian neue Gläubige, doch 724 musste er das Land überstürzt verlassen: Zu harsch hatte er die Beziehung des Herzogs zu Pilitrudis, der Witwe von Grimoalds Bruder, kritisiert, in der er die Fortführung einer heidnischen Tradition sah. Um den Nachstellungen der düpierten Dame zu entgehen, die sich nicht scheute, ihm gedungene Mörder auf den Hals zu hetzen, zog er sich in das Kloster in Kains zurück. Erst nach Grimoalds Tod holte ihn dessen Nachfolger Hugibert nach Freising zurück, wo Korbinian bald darauf, am 8. September 725 oder 730, starb. Seinem Wunsch entsprechend wurde er in Kains bestattet, nach Umwegen über Passau und Regensburg aber 769 wieder nach Freising zurückgebracht. Der Dom von Freising ist (neben Maria) Korbinian geweiht und beherbergt seine Reliquien in einem wertvollen Schrein. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Jugend-Korbinian-Wallfahrt in Freising großen Aufschwung.

Darstellung: als Mönch, Abt, Priester oder Bischof

Attribute: Mitra, Stab, Buch, Kirchenmodell, Bär mit Lastenbündel (der Legende nach tötete ein Bär Korbinians Maultier während dessen Alpenüberquerung und musste deshalb selbst das Gepäck des Heiligen nach Rom tragen)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010