Patronat: Südamerika, Peru, Lima, Philippinen; der Gärtner und Blumenhändler, gegen Ausschlag und Verletzungen, bei Entbindungen, bei Streit in der Familie
Rosa kam am 20. April 1586 als Tochter des spanischen Ehepaares Gaspar Flores und María de Oliva in Lima (Peru) zur Welt. Sie wurde auf den Namen Isabel Flores getauft; der Legende nach sah ihre Mutter eines Tages eine Rose über der Wiege schweben, und fortan wurde das Kind nur mehr Rosa genannt. Schon als Mädchen äußerte Rosa den Wunsch, Ordensschwester zu werden. Als die Eltern sie verheiraten wollten, schnitt sich Rosa die Haare ab, kleidete sich in ärmliches Gewand und blieb standhaft bei ihrem Entschluss. Im Alter von 20 Jahren trat sie schließlich 1606 in den Dritten Orden der Dominikanerinnen ein und trug fortan den Ordensnamen Rosa a Santa Maria. Rosa lebte in einer ärmlichen Hütte im Garten ihrer Eltern und verdiente ein wenig Geld durch Arbeit als Gärtnerin, Weberin und Näherin. Dadurch konnte sie ihre Eltern unterstützen und immer wieder den Ärmsten etwas spenden. Rosa war bald bekannt für ihre Nächstenliebe, ihre aufopfernde Krankenpflege und ihre große Liebe zur Natur, aber auch für ihre Kritik am unmenschlichen Umgang der spanischen Besatzung mit der indigenen Bevölkerung. Sich selbst gönnte Rosa kaum etwas: Sie führte ein Leben strengster Buße und Entsagung, fastete täglich, peinigte ihren Körper und hatte zahlreiche Visionen. So wie ihr großes Vorbild, die Heilige Katharina von Siena (eine Terziarin der Dominikanerinnen wie sie selbst; um 1347– 1380) trug Rosa eine Dornenkrone.
Mit der finanziellen Unterstützung einer reichen Beamtengattin legte Rosa im Jahr 1614 den Grundstein für das erste kontemplative Kloster in Südamerika, dessen Eröffnung im Jahre 1623 sie allerdings nicht mehr erleben sollte: Am 24. August 1617 verstarb Rosa und wurde in der Dominikanerkirche in Lima beigesetzt. Schon bald nach ihrem Tod wurde sie in Peru und von dort ausgehend in ganz Südamerika verehrt; an ihrer Grabstätte sollen sich Wunder und Heilungen ereignet haben. Um 1630 wurden unter Papst Urban VIII. (1623–1644) die Berichte von Wundern geprüft, für die sich an die 200 Zeugen fanden. Am 15. April 1668 wurde Rosa in der Peterskirche in Rom von Papst Clemens IX. (1667–1669) seliggesprochen; die Heiligsprechung erfolgte 1671 durch Papst Clemens X. (1670–1676). Rosa von Lima war damit die erste Heilige Südamerikas.
Darstellung: im Habit der Dominikanerinnen mit dem Christuskind
Attribute: Kranz aus Rosen mit Dornen, Jesuskind, Nachtigall, Anker, Hasen

Quelle: Herder-Verlag